Unsere Geschichte

Team_4-Personen

Das BIOTREFF Vilshofen Team (Auszug)

Einer der ersten Bioläden wurde 1981 in Vilshofen an der Donau eröffnet. Aus dem damaligen „Kornkammerl“ entwickelte sich nach mehrmaligem Umzug und Besitzerwechsel der heutige Naturkost-Fachmarkt „BIOTREFF Vilshofen“.

Seit 2005 kochte die aus einem Bio-Bauernhof stammende gelernte Bauzeichnerin Edeltraud Ernecker (die jetzige Inhaberin) als Angestellte für den angebotenen Mittagsimbiss abwechslungsreiche Gerichte.

2009 übernahm sie dann den 100 m² Bioladen in der Donaugasse 8 und machte diesen mit ihren immer kreativeren Ideen und dem Mittagstisch noch interessanter und bekannter. 2011 platzte dieser Laden aus allen Nähten und es ergab sich, dass neue, größere Räumlichkeiten im Parkhotel-Center (an der Bahngleisunterführung) frei wurden.

Am 13. Oktober 2011 war die Eröffnung des neuen Naturkost-Fachmarktes BIOTREFF Vilshofen („BioMarkt-Verbundpartner“) in der Furtgasse 4 auf 420 m² Verkaufsfläche. Außer einem breiten und tiefen Biowaren-Sortiment (über 6000 Artikel) werden auch viele REGIONALE Waren angeboten. Ein Mittagstisch (Oktober 2011 – Oktober 2014), ein ~ 170 m² großer Veranstaltungsbereich mit Selbstverpflegung (bis Dezember 2020) und ein großer Parkplatz mit reservierten Stellflächen für die Kunden rundeten das Angebot ab.

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(Bild: 10/2011)

Nach mehrmonatigen Umbaumaßnahmen (geschuldet der Pandemie und den damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Engpässen) hier nun die aktuelle Entwicklung und ein pnp-Zeitungsartikel, der nochmal den Verlauf zusammenfasst.

9.8.2021

Nach einer Hardcore-Woche, in der verschiedene Gewerke fast rund um die Uhr unseren Naturkost-Fachmarkt auf den Kopf gestellt und viele Installationen (Strom, EDV, Sanitär, Lüftung, Kühlung, Maler, Trockenbau) erneuert haben, konnte am Freitag, 6. August 2021 der Markt im neuen Licht und mit 10 % Aktionsrabatt auf die Waren wiedereröffnet werden.

Die Reaktionen der Stamm- und Neu-Kundschaften waren sehr positiv bezüglich der Optik und Energie, die die neuen Räumlichkeiten ausgestrahlt haben. Über einen teilweisen Kassenausfall aufgrund Überspannung gab es allerdings wenig Verständnis, da es zu langen Wartezeiten kam. Es bleibt wohl nicht aus, dass nicht alles gleich wieder zu 100 % funktioniert.

Der pnp-Zeitungsartikel, den der Chefredakteur Helmuth Rücker geschrieben hat, sagt unter anderem aus, dass es zum Ende des Jahres 2021 einen Geschäftsinhaber-Wechsel gibt. Der langjährige, beliebte Mitarbeiter Dennis Schlirf übernimmt den „BIOTREFF Vilshofen“ und hat aber weiterhin die jetzige Inhaberin Traudl Ernecker an seiner Seite.

Hier der Bericht in vollem Textlaut …

Zum Abschied hängt sie sich noch einmal rein

Edeltraud Ernecker hat ihren Bio-Supermarkt umgebaut – Sie übergibt zum Jahresende an Dennis Schlirf

Stand 06.08.2021, 17:57 Uhr  Helmuth RückerRedaktionsleiterAuf Facebook teilenTwitternAls Lesezeichen speichernPer E-Mail weiterleitenArtikel drucken

Edeltraud Ernecker ist glücklich über den großen Thekenbereich, in dem es 150 Sorten Käse gibt. Zum Jahresende hat sie den Biotreff an ihren Mitarbeiter Dennis Schlirf verkauft, sie selbst möchte noch einige Zeit als Angestellte weiterarbeiten. −Foto: Rücker
Edeltraud Ernecker ist glücklich über den großen Thekenbereich, in dem es 150 Sorten Käse gibt. Zum Jahresende hat sie den Biotreff an ihren Mitarbeiter Dennis Schlirf verkauft, sie selbst möchte noch einige Zeit als Angestellte weiterarbeiten. −Foto: Rücker

Hinterher weiß man es immer besser. Vor zehn Jahren stand Edeltraud Ernecker vor der Entscheidung, aus einem Bio-Laden einen Bio-Supermarkt zu machen. Sie hatte Mut zum Risiko. Heute weiß sie: „Es war der richtige Schritt.“ Der Biotreff in der Furtgasse hat sich etabliert, die Kundenschar wächst kontinuierlich und Traudl, wie sie von allen genannt wird, könnte sich zufrieden zurücklehnen. Tut sie aber nicht.

Die 63-Jährige zeigt wieder Mut zum Risiko. Ihr Plan ist es, zum Jahresende den Laden aufzugeben. Sie möchte sich langsam in den Ruhestand verabschieden. Doch was macht sie?! Krempelt den Laden um, stellt ihn mit Umbauten so auf, dass er zukunftsfähig ist. Das hat zwei Gründe: Als im Team die Idee vom Umbau kam, weil die Kunden nicht mehr optimal bedient werden konnten, entwickelte sich eine derartige Dynamik, entstanden so viele Ideen und erste Pläne, dass Traudl sich nicht mehr bremsen konnte. Sie packte den Umbau an, obwohl ihr der Supermarkt ab Jahresende nicht mehr gehören wird.

Und das ist der zweite Grund. Sie weiß ihr Geschäft auch künftig in besten Händen. Sie verkauft den Biotreff an Dennis Schlirf aus Passau. Dennis stieß vor fünf Jahren zum Team. „Beim Vorstellungsgespräch meinte er: Ich will mal einen eigenen Bioladen haben.“ Traudl horchte auf. Sollte er ihr möglicher Nachfolger werden können? Aber was kann nicht alles in fünf oder mehr Jahren passieren? Für ein paar Monate wechselte Dennis mal den Job, kehrte aber zurück, weil ihm klar geworden war: Sein Herz hängt am Biotreff, an den Kolleginnen und Kollegen und vor allem an den Kunden. Traudl und Dennis wurden handelseinig. Zum Jahreswechsel übernimmt er, Traudl wird zur Angestellten.

Der Biotreff kann auf einen großen Kundenstamm setzen. „Es sind viele junge Familien mit Kindern, die Wert auf gesunde Ernährung legen“, erzählt Ernecker. Es sind aber auch Menschen, die gesundheitsbedingt ihre Ernährung umstellen wollen. Sie suchen nicht nur ein bestimmtes Produkt, sondern auch Rat. Das Team, bestehend aus 15 Männern und Frauen inklusive Chefin, arbeitet mit Leidenschaft. Sie haben großes Interesse an den Produkten, die sie anbieten, eignen sich Kompetenz an und wissen, was sie bei Allergien oder Laktose-Unverträglichkeit empfehlen können.

Sehr geschätzt wird im Biotreff die Käsetheke mit ihren 150 Sorten Käse, davon bis zu 40 Sorten Ziegen- und Schafskäse. Diese Abteilung wurde beim Umbau entsprechend vergrößert und neu gestaltet. Die Kunden, die aus Passau und Eging, Osterhofen und Pfarrkirchen, Birnbach und natürlich Vilshofen kommen, wissen es zu schätzen, dass der Biotreff vieles vom Obst und Gemüse aus der Region direkt vom Erzeuger abholt.

Auch wenn die Verkaufsfläche nur unwesentlich von 400 auf knapp 500 m² vergrößert wurde, hat der Kunde nun den Eindruck, viel mehr Platz zu haben. Das war auch gut für den Einkauf am Freitag, denn der Andrang war erheblich. Ausgerechnet in diesem Moment brach die Elek-tronik der zweiten Kasse zusammen, so dass sich die Einkaufenden in Geduld vor der einen Kasse üben mussten.

Traudl Ernecker kommt gar nicht dazu, an diesem besonderen Tag der Wiedereröffnung ein wenig zu reflektieren und die vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen, wie sie im Mai 2009 in der Donaugasse mit vier Mitarbeitern startete, mittags noch für Gäste kochte und dann in den ehemaligen Tengelmann-Laden in der Furtgasse umzog. Noch heute sei sie Hans Mareck dankbar, dass er ihr beim Start so entgegengekommen sei.

Eigentlich genießt sie den Trubel in ihrem Laden. Denn das zeigt ihr: Der Mut zum Risiko vor zehn Jahren wurde belohnt. Das wünscht sie nun auch Dennis.

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