Ingwer … Wirkung und Anwendungsmöglichkeiten

Zu medizinischen Zwecken wird ausschließlich die geschälte frische oder getrocknete Wurzel des Ingwers verwendet. Aus der frischen Wurzel können Sie einen Tee zubereiten, die getrocknete und pulverisierte Wurzel wird in Teebeuteln angeboten. Aus Extrakten der Ingwerwurzel können Sie auch ein Fertigpräparat kaufen.

Die wirkungsvollen Inhaltsstoffe

Verantwortlich für die Hauptwirkungen des Ingwers sind die zu den Scharfstoffen gehörenden Gingeroleund das ätherische Öl. Die Scharfstoffe regen die Magensaftproduktion an und bringen dadurch die Verdauung in Schwung. Gleichzeitig hemmen sie dasselbe Enzym (Cyclooxygenase) wie die Acetylsalicylsäure, wodurch Ingwer auch einen schmerzstillenden und entzündunsghemmenden Effekt hat. So wirkt Ingwer:

  • Übelkeit beseitigend
  • Brechreiz lindernd
  • anregend auf die Verdauung
  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend

Am besten ist die Wirkung von Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen belegt. Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben entschlüsseln können, worauf diese Wirkung beruht. Die Ingwer-Inhaltstoffe docken an den Rezeptorstellen eines Nervenbotenstoffs (Serotonin) auf den Nervenzellen an, sodass das Brechzentrum im Gehirn nicht aktiviert werden kann und die Übelkeit ausbleibt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt die Ingwerwurzel als wärmendes Heilmittel. Die TCM setzt den Ingwer daher auch gegen Erkältungskrankheiten ein.

Ingwer senkt Ihren Blutzuckerspiegel

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist ein Zeichen dafür, dass Glukose nicht in genügendem Maße in die Körperzellen eingelagert werden kann und deshalb in erhöhter Konzentration im Blut zirkuliert. Forscher der Universität Sydney fanden heraus, dass aus der Ingwerwurzel gewonnene Extrakte die Aufnahme des Blutzuckers in die Zellen unterstützt und den Blutzuckerspiegel senkt. Dies ist möglicherweise ein vielversprechender Therapieansatz beim Diabetes mellitus.

Ursächlich für diese Wirkung sind ebenfalls die Gingerole. Diese veranlassen bestimmte Proteine, an die Muskelzellen anzudocken und den Glukose-Transport in die Zellen zu ermöglichen. In weiterführenden klinischen Studien soll jetzt geprüft werden, ob dieser Effekt zur Therapie von Diabetes-Patienten eingesetzt werden kann.

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Quelle: Artikel von Beate Rossbach auf der FID-Homepage, 7. Juli 2016
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