Hinter welchen Begriffen kann sich Zucker verbergen?

In der Weihnachtszeit möchte ich darauf achten, nicht zu viel Zucker zu essen. Hinter welchen Begriffen kann sich Zucker verbergen, worauf sollte man achten?

Antwort der Ernährungsexpertin:

Zucker ist für viele fester Bestandteil der Ernährung. Allerdings sollte man Zucker nur in Maßen zu sich nehmen. Ein übermäßiger Konsum kann zu Karies und Übergewicht führen.

Der für Verbraucher geläufigste Zucker ist der Haushaltszucker, auch als Saccharose bekannt. Beim Angebot und der Nutzung von Haushaltszucker finden verschiedene Sorten Anwendung. Die erhältlichen Zucker unterscheiden sich nach Form, Farbe, Reinheit und nach dem Bearbeitungsverfahren. So gibt es beispielsweise braunen und weißen Zucker, Vollzucker oder Vollrohrzucker, Puderzucker, Hagelzucker, Kandiszucker und Gelierzucker. Diese hauptsächlich aus Zuckerrüben und/oder Zuckerrohr gewonnenen Zucker unterscheiden sich chemisch nicht voneinander.

Auch Fruktose und Laktose sind Zuckerarten

Bei Haushaltszucker handelt es sich um einen sogenannten Zweifachzucker, denn er besteht aus den Einfachzuckern Glukose bzw. Dextrose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker). Beides kann auch einzeln oder als „Glukose-Fruktose-Sirup“ oder „Invertzucker“ in Zutatenlisten auftauchen.

Auch bei Laktose (Milchzucker), einer Verbindung aus Glukose und Galaktose, und Maltose (Malzzucker), einer Verbindung aus Glukose und Glukose handelt es sich um Zucker. Inulin besteht aus 30 bis 40 miteinander verbundenen Fruktosemolekülen.

Bei Ernährungsfragen weiß foodwatch-Expertin Dr. Astrid Gerstemeier Rat.

Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe

Neben Zucker finden auch Zuckeraustauschstoffe Anwendung beim Süßen von Lebensmitteln. Sie sind ausnahmslos deklarationspflichtig und somit beim Einkauf erkennbar. Zuckerausstauschstoffe finden häufig  Einsatz, wenn auf der Verpackung „zuckerfrei“ ausgelobt wurde, beispielsweise bei zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, Gebäck u.ä.

Zuckeraustauschstoffe sind süß schmeckende Kohlenhydrate, die einen geringeren Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben als Haushaltszucker, da sie insulin-unabhängig verstoffwechselt werden. Sie liefern – wie Zucker  – Kalorien, werden aber als etwas zahnfreundlicher eingeschätzt. In kleinen Mengen sind sie in der Regel verträglich. In größeren Mengen können sie jedoch eine abführende Wirkung haben.

Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen beispielsweise:

Sorbit (E 420), Mannit (E421), Xylit (E 967), lsomalt (E 953), Laktit (E 966) und Malit (E 965).

Desweitern finden noch Süßstoffe wie Cyclamat, Aspartam und Saccharin Verwendung. Süßstoffe sind synthetisch hergestellte oder natürliche Ersatzstoffe für Zucker, die eine wesentlich stärkere Süßkraft haben als Saccharose, aber keinen oder nur einen sehr geringen physiologischen Brennwert haben. Süßstoffe sind ebenfalls deklarationspflichtig. Einige von ihnen sind jedoch umstritten.

Kennzeichnungsänderung ab Ende 2014

Die Bezeichnungen für Zucker sind also vielfältig und kompliziert und deshalb für den Verbraucher nicht einfach zu erkennen. Von Dezember 2014 an sind die Hersteller verpflichtet, den Zuckergehalt je 100 Gramm anzugeben – dann können Verbraucher auf einen Blick erkennen, wie viel Zucker in den Produkten steckt.

Wer seinen Zuckerverzehr reduzieren möchte kann insbesondere in der Weihnachtszeit eine einfache Regel beachten: Klassische Rezepturen können durchaus ersatzlos mit der Hälfte der angegebenen Menge Zucker zubereitet werden. So erhält man ein zuckerreduziertes  aber dennoch  ausreichend süß schmeckendes Gebäck.

Original-Text: www.foodwatch.org

Veröffentlicht in Ernährungsfragen